Wer zahlt, wenn der Weihnachtsbaum brennt?

Weihnachten und Silvester sind für die meisten von uns Tage der Ruhe und des Friedens. Die Menschen entspannen und genießen die Zeit mit Ihren Liebsten. Doch nicht alle können während der Festtage entspannen. Für Feuerwehr und für die Versicherungen gibt es über die Weihnachtstage meist allerhand zu tun. Unachtsam aufgehängter Weihnachtsschmuck und leichtsinnig abgefeuerte Böller führen zu vielen Einsätzen und Versicherungsfällen während der Weihnachten und Neujahr. Das ist Anlass sich mal mit der Frage des Versicherungsschutzes zu beschäftigen.

Wer zahlt, wenn der Tannenbaum brennt?

Klar, echte Kerzen sehen schöner aus und machen Weihnachten gemütlicher. Auf der anderen Seite steigt dadurch auch die Brandgefahr und so ist bei der Feuerwehr alle Jahr wieder Hochbetrieb.
Werden die Kerzen nicht ständig beobachtet kommt es meist zum Brand. Die Versicherungen versuchen dann den Schaden abzuwehren und dem Versicherungsnehmer Fehlverhalten vorzuwerfen. Der Anwalt Swen Walentowski weiß: „Lässt sich ein fahrlässiges Verhalten nachweisen, ist der Brandschaden meist nicht vom Versicherungsschutz umfasst. Dies wird im Zweifel vor Gericht im Einzelfall entschieden, welches nach etlichen Faktoren bewertet.“
Wer eine Kerze für einen längeren Zeitraum ohne Aufsicht brennen lässt, handelt nach einer Gerichtsentscheidung (AG Neukirchen, AZ: 5 C 1280/95) zufolge grob Fahrlässig. Wer allerdings nur kurz den Raum verlässt, um auf Toilette zu gehen, dem wird keine Fahrlässigkeit angelastet (LG Hof, AZ 13 O 471/99 und LG Nürnberg-Fürth, AZ 7S 433/01).
Auf die Urteile sollte man sich jedoch nicht verlassen, denn jeder Schadenfall ist eine Einzelprüfung und das Gericht kann anders entscheiden. Um Ärger zu vermeiden solltet Ihr lieber darauf achten, dass die grobe Fahrlässigkeit zu 100% im Versicherungsschutz eingeschlossen ist. Bei der Hausrat- sowie der Wohngebäudeversicherung.

Welche Versicherung übernimmt Schäden durch Böller?

Werden fremde Personen oder Sachen, wie beispielsweise Autos geschädigt, übernimmt die Privat- Haftpflichtversicherung die Schäden, vorausgesetzt es wurde nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt. Kommt es zu einem Schaden am eigenen Haus und ist kein Täter ausfindig zu machen, leistet in vielen Fällen die eigene Wohngebäudeversicherung. Aber auch hier gibt es Stolpersteine, so sind beispielsweise bei einigen Versicherungen unbemannte Flugkörper (Raketen, ferngelenkte Hubschrauber, Drohnen) nicht versichert. Auch hier hilft ein Blick in die Bedingungen.
Eine private Unfallversicherung kommt ins Spiel, wenn man sich Silvester verletzt hat und eine dauerhafte Unfallfolge zurückbleibt.

Wie kann man seinen Versicherungsschutz verlieren?

Wer Silvester grob fahrlässig oder vorsätzlich handelt, muss damit rechnen seinen Versicherungsschutz zu verlieren und für Schäden selbst haften. Man sollte sich beim Böllern also über die Folgen bewusst sein. Also achtet auf das Mindestalter beim Böllern, viele dürfen erst mit 18 Jahren gezündet werden, außerdem solltet ihr bei illegalen Feuerwerkkörpern und Waren aus dem Ausland vorsichtig sein. Passiert dabei etwas, steht es um den Versicherungsschutz meist schlecht.

Wer mehr zu dem Thema erfahren möchte, findet das in dem Artikel von Deutsche Anwaltauskunft hier

 

Bild: Flickr – Burned down – Till Westermayer