Wer zahlt bei einem Stutz auf Glatteis

Wer zahlt bei einem Stutz auf Glatteis

Aus gegebenen Anlass, geht es in meinem heutigen Artikel um das Thema Glatteis und Schnee auf Gehwegen. Wer zahlt bei einem Sturz und wie kann man sich vor Forderungen schützen.
Am Wochenende war der Norden Deutschlands mit einem dicken Eispanzer überzogen. Vielerorts gab es Unfälle und stürze. Auch ich musste feststellen, wie glatt es draußen war. Ein unvorsichtiger Schritt und schwups saß ich auf meinem Hosenboden. Zum Glück blieben alle Knochen heile. Aber was wäre, wenn ich mir doch etwas gebrochen hätte? Wer würde mir Schadensersatz zahlen, wenn der Gehweg nicht geräumt ist.

Wer muss das Glatteis auf den Wegen räumen?

Grundsätzlich sind die Eigentümer der Wege für deren Sicherung verantwortlich und somit auch haftbar zu machen. Für öffentliche Gehwege würde das bedeuten, dass die Gemeinden haften, diese machen doch in der Regel von dem Recht Gebrauch, die Räumpflicht auf die Anlieger zu übertragen. Hauseigentümer wiederum wälzen die Räumpflicht auf die Mieter ab.
Nach einem Sturz wird dann oft vor den Gerichten gestritten, ob die Räumpflicht überhaupt verletzt wurde und wer für den Schaden aufkommt. Denn selbst wenn der Vermieter die Räumpflicht auf seine Mieter überträgt muss dieser die entsprechenden Utensilien wie Schneeschaufel und Streusalz zur Verfügung stellen. Tut er dieses nicht, ist er wieder in der Haftung.

Wie muss ein Weg geräumt sein?

Wie und wann ein Weg geräumt werden muss ist leider nicht einheitlich geregelt. Jede Kommune kann andere Regeln aufstellen. In den meisten Gemeinden müssen die Gehwege jedoch werktags zwischen 7 und 20 Uhr und sonntags von 9 und 20 Uhr schnee- und eisfrei sein. Unterschiedliche Auslegungen gibt es in der Breite des zu räumenden Weges, in der Regel steht in den Satzungen der Gemeinden eine Breite zwischen 0,8 und 1,5 Metern, zumindest sollten zwei Erwachsene ohne Probleme aneinander vorbeilaufen können. Natürlich sind auch die Wege zur Haustür, Postkasten und Mülltonnen frei zu räumen, damit für Postboten und Müllabfuhr keine Gefahr besteht.

Eine Haftpflichtversicherung macht Sinn

Da die Haftung oft nicht sofort eindeutig geklärt ist, empfiehlt es sich als Vermieter eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht zu habe. Diese kümmert sich um die Abwehr von unberechtigten Schadenersatzansprüchen, vertritt den Eigentümer ggf. vor Gericht und übernimmt eine evtl. Schadenersatzzahlung an den geschädigten.
Besitzer von selbstgenutzten Immobilien und Mieter sollten in Ihre Privathaftpflichtversicherung schauen, den dort ist oftmals das Haus- und Grundbesitzerrisiko mitversichert.

 

 

Bild: Pixabay – Markus 60138