Welche Neuerungen bringt die Pflegeversicherung mit sich?

Welche Neuerungen bringt das neue Pflegegesetz mit sich?

Das neue Pflegestärkungsgesetz II ist zum 01.01.2017 in Kraft getreten, doch was hat das für Auswirkung. Fakt ist, die Pflegeversicherung musste dringend angepasst werden. Zum einen steigt die Zahl der Pflegebedürftigen von aktuell 2,7 Millionen bis 2030 auf ca. 3,5 Millionen an, zum anderen wird es in Zukunft deutlich mehr Demenzerkrankungen geben. Grade diese Erkrankung fanden in der alten Pflegeversicherung kaum Berücksichtigung, mit der Gesetzesänderung zum Jahreswechsel schließt der Gesetzgeber nun diese Lücke.

Die gerechtere Pflegeversicherung

Durch die Änderungen in der Pflegeversicherung wird die Beurteilung der Pflegebedürftigen nun gerechter.  Seit 01.01.2017 sind die drei bekannten Pflegestufen Geschichte, aus den Pflegestufen sind nun fünf Pflegegrade geworden, die Leistungen werden nun gerechter verteilt. Neben der gerechteren Verteilung der Gelder, hat die Bundesregierung auch die Leistungen etwas angehoben. Die größte Änderung in dem Gesetz betrifft jedoch die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit. Führer sind die Pflegestufen anhand der täglich benötigen Pflegezeit vergeben worden, aber mit den Neuerungen wird nun die persönliche Selbstständigkeit bewertet. Unter der persönlichen Selbständigkeit fallen nun Punkte wie zum Beispiel:

  • Wie gut kann ich mich versorgen?
  • Kann ich mich ohne fremde Hilfe fortbewegen? Sprich kann ich die Haustür öffnen, kann ich Einkaufen gehen etc.
  • Bin ich geistig fit? Leide ich unter Depressionen?

Der Pflegebedürftige wird in den folgenden sechs Kategorien bepunktet:

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Umgang mit krankheits-/ therapiebedingten Anforderungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Am Ende werden die Punkte zusammengezählt und der Pflegebedürftige anhand seine Gesamtpunktzahl in einen Pflegegrad eingestuft.

Demenzerkrankte profitieren

Durch das neue Prüfungssystem werden vor allem Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen deutlich besser eingestuft. In dem alten System wurde Sie vorher kaum berücksichtigt.  Genau diesen Menschen sollte die Umstellung auch helfen, die Beurteilung sollte gerechter und die Leistung an die gestiegenen Kosten angepasst werden. Für viele Personen die im alten System keine Leistung bekommen haben, ist das Pflegestärkungsgesetz II ein Segen, denn nun ist es für sie einfache eine Pflegleistung zu bekommen. Aber die Mehrleistungen haben Ihren Preis, so hat das Gesetz nicht nur Vorteile. Mit der Umstellung wurde auch der Beitragssatz der Pflegeversicherung um 0,2 Prozent angehoben. In Zukunft liegen die Beitragssätze bei 2,55 Prozent bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose.

Eine Private Pflegeversicherung bleibt weiterhin Pflicht!

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist aber nach wie vor nur eine Teilkaskoversicherung. Die private Pflegeversicherung bleibt auch weiterhin eine wichtige Absicherung, denn nach einem Pflegefall bleibt ein erheblicher Teil der Kosten an den Betroffenen oder deren Angehörigen hängen. Die Versorgungslücke liegt oft sogar bei über 1.000 EUR im Monat.

Wer mehr erfahren über die Pflegeversicherung erfahren möchte und wissen möchte worauf er vor Abschluss zu achten hat, findet hier weitere Informationen.