Fünf beliebte Ausreden zum Versicherungsschutz von Elementarschäden

Die letzten Wochen haben uns in Deutschland gezeigt, dass das so gut wie jeder von Hochwasser betroffen sein kann. Häuser, weit weg von Flüssen oder Seen standen unter Wasser, da die Kanalisationen mit den Wassermassen überfordert waren.
Doch die meisten Deutschen haben und wollen Ihr Hab und Gut nicht gegen Elementargefahren absichern.

Fünf beliebtesten Ausreden möchte ich euch hier vorstellen:

1. Meine Haus / Wohnung ist nicht gefährdet
Wie bei vielen Versicherung, wir auch bei den Elementargefahren häufig davon ausgegangen das man selbst nicht betroffen sein wird. Hochwasser, Überflutung oder Erdbeben treffen immer nur den Nachbarn und nicht ein selbst. Man ist ja weit genug von einem Fluss entfernt, oder Erdbeben gibt es in Deutschland doch gar nicht.
Laut einer Forsa-Umfrage können sich 90 Prozent der Deutschen nicht vorstellen von solchen Schäden betroffen zu sein.
Fakt ist aber, dass viele Schäden abseits von gefährdeten Gebieten entstehen. Bei der Flut 2013 etwa, entstand 85 Prozent des versicherten Schaden weit ab der Elbe, in Gebieten die statistisch nur alle 200 Jahre überflutet werden.

2. Ich bin gegen Hochwasser versichert
Die Wohngebäude- oder Hausratversicherung sichert standardmäßig Schäden gegen Feuer, Blitz, Sturm / Hagel und Leitungswasserschäden ab. Andere Risiken müssen vom Versicherungsnehmer als Baustein separat mit eingeschlossen werden. Viele Kunden sehen in der Gebäudeversicherung aber eine Art Vollkaskoversicherung, in der jegliche Art von Schäden versichert sind. Das ist leider nicht so.
Bis vor kurzem, musste man als Kunde seinen Beratern noch selbst auf den einschluss der Elementardeckung hinweisen. Ich hoffe, dass mittlerweile die Berater umdenken und die Elementarversicherung dem Kunden standardmäßig mit anbieten.
Ich tue dieses schon seit einigen Jahren. Wenn meine Kunden diesen Baustein nicht wünschen, sind sie sich zumindest bewusst, dass sie Ihn abgewählt haben.

3. Mein Haus / Wohnung kann nicht versichert werden
Viele Kunden sind auch der Meinung, dass Sie Ihr Haus oder Wohnung nicht gegen Elementargefahren versichern können. Häufig denken die Kunden, da Sie zu dicht an einem Gewässer liegen, bekommen sie keine Hochwasserversicherung. Mittlerweile sieht es aber anders aus, 99 Prozent der Gebäude in Deutschland lassen Sie gegen Elementargefahren versichern. Durch eine verbesserte Risikoanalyse der Versicherungen, mehr Hochwasserschutz der Gemeinden und bauliche Präventionsmaßnahmen der Kunden lassen sich fast alle Häuser versichern.

4. Wenn das Wasser kommt, kann man sowieso nichts mehr machen
Falsch! Es gibt viele Möglichkeiten wie man einem Hochwasser trotzen kann. Hier gilt die Devise: Ausweichen, Abwehren und Nachgeben

  1. Dem Wasser ausweichen, Das Haus auf Pfähle oder erhöht bauen. Oder erst gar nicht in einem Überschwemmungsgebiet bauen
  2. Wasser durch bauliche Maßnahmen abwehren. Das kann duch wasserdichte Fenster, Türen und Wände geschehen, weitere Maßnahmen sind Rückstausicherungen, Flutmulden oder erhöhte Zugänge. Der GDV hat hierzu eine Grafik erstellt wie man sich gegen Starkregen schützen kann.
  3. Wenn das Wasser zuviel wird, sollte in seltenen Fällen der Keller geflutet werden, um das Haus nicht zu beschädigen.

5. Nach einem Elementarschaden wird mir der Staat schon helfen
Nach dem Hochwasser 2013 glaubten zwei Drittel der Bundesbürger das Ihnen Vater Staat nach einem Elementarschaden schon helfen würde. Tatsächlich tat die Bundesregierung dies auch nach den Hochwassern 2002 und 2013. In den beiden Jahren stand die Bundestagswahl vor der Tür.
Man sollte sich aber nicht auf die staatlichen Hilfen verlassen. Denn es gibt keine gesetzliche Regelung dazu. Hinzukommt der Staat hilft häufig erst wenn die Betroffenen nachweisen können, dass sie sich nicht gegen Elementargefahren versichern konnten.

Zählt nicht auch zu den Bürgern die sich selbst belügen. Fast jeder kann von einem Hochwasser, Starkregen oder Erdbeben betroffen sein. Solche Ereignisse lassen sich nicht mehr regional eingrenzen. Und vor allem, wenn der Nachbar betroffen ist, seid Ihr auch häufig betroffen.
Prüft zumindest euren Versicherungsschutz und denkt über den Elementarbaustein nach.

Wer noch mehr dazu lesen möchte, findet hier weitere Informationen beim GDV.