Änderungen zum Jahreswechsel

Erste einmal möchte ich euch allen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2017 wünschen.
Zum Jahreswechsel hat sich wieder einiges geändert in der Versicherungswelt. Die wichtigsten möchte ich euch hier kurz erläutern.

  1. Neue Pflegegrade
    Die wichtigste Änderung zum Jahreswechsel betrifft die Pflegeversicherung. Seit 01.01.2017 sind die drei Pflegestufen ade. Ab diesem Jahr gibt es fünf Pflegegrade. Auch wurde das Bewertungsverfahren für die Einstufung verändert. Eine Bewertung wird nun anhand der persönlichen Fähigkeiten vorgenommen und nicht wie bisher an der benötigten Pflegezeit.
    Mit der Pflegereform wurde auch die Leistung angehoben so bekommt man nun folgende Leistungen:
    Ambulant Pflegegrad 5                  901 EUR mtl. (vorher 728 EUR Pflegestufe 3)
    Vollstationär Pflegerad 5             2.005 EUR mtl. (vorher 1.995 EUR Pflegestufe 3)
    Um die neuen Leistungen finanzieren zu können, wird natürlich auch der Beitrag angehoben, so steigt dieser von 2,35% auf 2,55% (2,8% bei kinderlosen über 23 Jahren).
    Mehr zu dem Thema findet Ihr hier.
  2. Beitragsbemessungsgrenzen steigen
    Wie eigentlich in jedem Jahr steigt auch dieses Jahr die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung auf 52.200 EUR p.a. (4.300 EUR mtl). Durch die Erhöhung zahlen die Gutverdiener nun einen etwas höhen Beitrag als noch im letzten Jahr. Der Höchstbeitrag gesetzlichen Krankenversicherung liegt in diesem Jahr bei 756,90 EUR monatlich (AN und AG zusammen, inkl. gesetzl. Pflegeversicherung).
    Mit der Anpassung der Beitragsgrenze wurde auch die Versicherungspflichtgrenze angehoben. Angestellte müssen nun mehr als 57.600 EUR verdienen um in die private Krankenversicherung wechseln zu können.
  3. Senkung des Garantiezinses
    Aufgrund der schlechten Zinssituation der letzten Jahre sind die Lebensversicherungen wieder dazu gezwungen Ihren Höchstrechnungszins (Garantiezins) zu senken. Ab diesem Jahr werden neu abgeschlossene klassische Lebens- und Rentenversicherungen nur noch mit einer Garantieverzinsung von 0,9% auf den Sparanteil angeboten. Der Sparanteil ist der monatliche Zahlbeitrag abzüglich Kosten für den Risikoschutz sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten. Durch die Senkung werden viele Verträge wohl nicht mehr die eingezahlten Beiträge garantieren können.
  4. Einheitliche Produktinformationsblätter für Riester- und Basisrenten
    Seit diesem Jahr sind die Versicherungen verpflichtet einheitliche Produktinformationsblätter für Riester- und Basisrenten zu erstellen. Auf den neuen Produktinformationen muss nun beispielsweise Angeben zur zu erwarteten Ablaufleistung oder Rentenhöhe gemacht werden, weiter muss ein Chance-Risiko-Profil sowie die Effektivkosten und Kosten bei Anbieterwechsel oder Vertragskündigung ausgewiesen werden.
    Durch die neuen Produktinformationsblätter soll es den Verbrauchern einfacher gemacht werden verschieden Produkte miteinander zu Vergleichen. So lassen sich zum Beispiel auch Rentenversicherungen mit Fondssparplänen und Wohnriesterverträgen vergleichen.
  5. Erhöhung der Förderung für Basis-Rente und betriebliche Altersvorsorge
    Neben der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung ist auch die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung auf 76.200 EUR (Ost 68.400 EUR) angehoben worden. Somit könnt Ihr dieses Jahr maximal 3.048 EUR (254 EUR mtl.) steuer- und sozialversicherungsfrei in eure betriebliche Altersvorsoge einzahlen. Darüber hinaus könnt Ihr unter bestimmten Voraussetzung auch weiterhin 1.800 EUR jährlich rein steuerfrei einzahlen.
    Der steuerliche Höchstbeitrag der Basis-Rente (Rürup-Rente) wurde dieses Jahr auf 23.362 EUR jährlich (bei Verheiraten verdoppelt sich der Betrag) angehoben. Gleichzeitig steigt der absetzbare Anteil auf 84%, somit können dieses Jahr maximal 19.624 EUR als Sonderausgabe abgesetzt werden.

 

Bild: Pixabay – schroederhund – Silvester, Neujahr, 2017